Mongolei - Weite und Tiefe


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Noch ein von der Seele schreiben



Hallo, Ihr Lieben!


Ich bin Thinkabout’s Wife, und es ist mir ein Anliegen, Euch Allen ganz, ganz herzlich für jede Form der Unterstützung zu danken. In diesen schwierigen Tagen tat es unheimlich gut zu wissen, dass es Leute gibt, die sich für uns einsetzen, die von unserer misslichen Lage wissen, und ich bin fest davon überzeugt, dass wir nur dank dem Druck der Oeffentlichkeit, den Ihr wesentlich verstärkt habt, seit gestern zu Hause sind.
Ich möchte Euch auch gerne schildern, wie ich diese Tage erlebt habe:
Nun, eine Mongoleireise ist sicher für niemanden ein Erholungsurlaub. In 4 Wochen gut 4'000 km zu fahren, praktisch alles auf Naturstrassen, deren Vorhandensein oft nur erahnt werden kann, sich durch Schlamm, Sand und Wasser zu kämpfen, über Wellbrettpisten und Schotterstrassen zu rumpeln, am Abend das Zelt aufzubauen, zu kochen, all das braucht viel Energie. Da wir 2002 bereits einmal die Mongolei besuchten, wussten wir, was in dieser Hinsicht auf uns zukam, und wir wussten auch, dass wir für all diese Strapazen mit einer praktisch unberührten, fantastischen Natur, den unermesslichen Weiten der mongolischen Steppen unter einem so weit gespannten Himmel, wie er nur da möglich ist, mehr als nur entschädigt werden. Eine Mongoleireise ist Balsam für die Seele zum Preis von körperlicher Anstrengung, und das war sie uns wert.
Als wir am Freitag um 04:00 aufstehen, um zum Einchecken in den Flughafen zu fahren, freuen wir uns alle auf eine zweite Runde Schlaf im Flugzeug. Den anderen Passagieren geht es wohl nicht anders: Die meisten schauen müde, aber glücklich aus, erzählen begeistert von ihren Erlebnissen. Als der Flug von Stunde zu Stunde verschoben wird, wird die Stimmung immer gedämpfter, auch weil vielen klar ist, dass sie ihre Anschlussflüge in Berlin verpassen werden. Dann taucht diese ominöse Liste mit den Namen derjenigen auf, die nicht einsteigen dürfen. Ein sagenhaftes Gedränge entsteht, jeder muss seinen Namen darauf suchen, in der Hoffnung, ihn nicht zu finden. Ein kurzer Blick genügt nicht, denn manchmal steht der Vorname vorne, manchmal hinten. Unsere 4 Namen sind nicht darauf, und mir fällt ein Stein vom Herzen. Gleichzeitig findet eine Frau neben mir den ihren und bricht in einen Heulkrampf aus. Immer wieder fragt sie zwischen Schluchzern, auf Grund welcher Kriterien denn die Liste erstellt worden sei. Sie erhält darauf genauso wenig eine Antwort, wie wir anderen. Ehepaare werden getrennt, Reisegruppen auseinandergerissen: Chaos pur; Wir „Glücklichen“ dürfen einsteigen, um in brütender Hitze gut weitere 2 Stunden in 30-Minuten-Takt auf den Start vertröstet zu werden, immer wieder mit anderen Ausreden, bis keiner der Passagiere mehr etwas glauben kann. Alle kommen sich regelrecht verarscht vor. Als es dann heisst, wir bekämen keine Starterlaubnis, wollen einige einfach sitzen bleiben, aber auf Grund der Hitze kommen sie von dieser Idee ab. Wir beschliessen (fast) alle, auf dem Flughafen zu bleiben, da bei einigen die Visa abzulaufen drohen und wir eine schriftliche Bestätigung wollen, dass alle Passagiere trotz der ausgestempelten Visa am nächsten Morgen wieder problemlos ausreisen können. Die Nerven liegen blank, fragende, ungläubige und ratlose Gesichter rundherum. Keiner weiss weiter, alle sind todmüde, es ist weit nach 21:00. Eine Vertreterin der deutschen Botschaft erscheint und verursacht kurz hoffnungsvolle Gesichter, bis klar wird, dass sie keine wirklichen Kompetenzen hat, die Chefs sind schon im Wochenende…Nach 23:00 werden wir ohne Gepäck in einem Hotel abgeladen, nach 19 Stunden auf dem Flughafen, mit je 2 Toiletten für Frauen und Männer und einer Verpflegung, die zu wünschen übrig liess. Wir wollen nur noch schlafen und sinken in die zugeteilten Betten; das meines Mannes knarrt bei jeder Bewegung dermassen, dass man es noch im Nachbarzimmer hören kann. Aber die Verweilzeit darin ist ja sowieso nur kurz: wecken 4:00, Abflug angeblich um 6:55, nachdem die Maschine über Nacht repariert wurde, mit von Aeroflot eingeflogenen Ersatzteilen.
Ich lasse das Frühstück ausfallen: Es besteht aus frittierten Brötchen, Eiern und Würstchen. Mir ist schlecht, und nur schon der Geruch verursacht mir Uebelkeit; den Würgreiz unterdrücke ich mit kleinen Schlucken aus meiner Wasserflasche.
Wir sitzen alle wieder in den alten Kleidern auf unseren angestammten Plätzen am Abflug-Gate und lauschen den vertröstenden Durchsagen. Dann dürfen wir alle einsteigen. Eine Welle der Erleichterung macht sich bei einigen breit, andere sind skeptisch. Sie sollten Recht behalten: Wir müssen wieder aussteigen, da die Turbinen nicht gestartet werden können. Dies soll erst in einigen Stunden möglich sein. Der Pilot, der uns dies mitteilt, ist hörbar genervt. Wir verlassen das Flugzeug, einige weinen, und auch eine Stewardess hat Tränen in den Augen. Die ganze Crew möchte ebenfalls einfach nur nach Hause!
Die Stimmung ist mehr als geladen, keiner glaubt an die ständig wechselnden Pleiten und Pannen, da muss etwas ganz anderes dahinter sein, Vermutungen vom Freitag werden zur „Gewissheit“, die Gerüchteküche brodelt, jeder ist plötzlich selbsternannter Aviatikexperte. Als dann auch noch eine Meldung im mongolischen TV über den Bildschirm läuft, die diesen unseligen Leasingvertrag zwischen Blue Panorama und Miat zum Inhalt hat, gibt es kein Halten mehr. Einzelne Mongolen rufen über ihr Handy direkt beim Sender an und werden live zugeschaltet.. Wie uns Ono übersetzt, finden sie es eine Schande, wie mit uns umgegangen werde, sie würden sich wie Geiseln fühlen, und das Ganze richte unheimlichen Schaden für den Tourismus in der Mongolei an.
Ein einzelner MIAT-Ofizieller will durch die Halle rauschen, wird von einigen Passagieren gestellt und schliesslich von etwa 40 Leuten umringt: Er soll nicht entkommen können und seinen Chef herbeordern, wir wollen endlich Informationen darüber, was hier wirklich los ist, und verlangen eine Ersatzmaschine, die uns ausfliegen soll. Er spricht tatsächlich in sein Handy, aber der Chef will nicht kommen – er hockt in seinem Büro mitten in der Stadt - , aber eine einzelner Abgeordneter von uns darf ihn zusammen mit dem „Festgehaltenen“, der inzwischen einen Stuhl bekommen hat, besuchen…
Einige Presse-Leute möchten zu uns ins Gate, ihnen wird aber der Zutritt verwehrt; ein Arzt, den jemand benötigt, darf ebenfalls nicht gerufen werden, noch bekommen Reisende ihr Gepäck, um daraus die benötigten Medikamente zu nehmen.
Das einzige, was uns hier helfen kann, ist die Oeffentlichkeit, die Medien. Mein Mann mailt im kleinen Internetcafé, während ich andere Leute ansporne dies ebenfalls zu tun, ihre Kontakte zu nutzen. Die Handys laufen heiss und an anderer Stelle wird erwogen, die Security-Check-Bänder zu blockieren, dass keine Passagiere mehr abgefertigt werden können, bis wir ausgeflogen werden. Ein Mann schmeisst einen Gegenstand an die Decke, es knallt fürchterlich, und ein Beamter eilt herbei, will ihn mitnehmen. Andere Passagiere stellen sich schützend vor ihn, erklären, dies seien nur die Nerven, er habe sich schon wieder beruhigt. Er darf bleiben. Alles geht drunter und drüber. Ich habe einfach nur Angst: Angst vor Eskalation, Angst, hier nicht mehr wegzukommen, ohnmächtig irgendwelchen Machtspielen ausgeliefert zu sein, die ich nicht durchschaue und die mich nichts angehen. Ich kann nichts essen, bringe keinen Bissen herunter. Einige verlangen ein Gespräch mit dem Piloten der Blue Panorama. Der Zutritt zur Lounge wird verwehrt, schliesslich können Mongolen die Security-Leute überzeugen, unseren Wunsch der Crew wenigstens zu übermitteln. Er kommt tatsächlich, zusammen mit seinem Co und dem Chef-Steward. Er erklärt die technischen Probleme, geht geduldig auf alle Fragen ein. Er gibt zu, dass es ein Fehler war, dass wir so schlecht informiert wurden. Das Problem ist nur, dass wir jetzt einfach eine weitere Version haben. Aber er sagt auch, dass er ehrlich überzeugt sei, dass mit dem anderen Verfahren die Turbinen tatsächlich gestartet werden können und wir in sicher heute noch fliegen können. Dies wiederholt er mehrmals. Er sagt auch, dass, sollte es im unwahrscheinlichen Fall doch nicht klappen, wir auf andere Flüge umgebucht werden würden, ein weiterer Versuch (Einzahl!) werde nicht stattfinden. Es keimt wieder etwas Hoffnung auf; dennoch versuche ich, Kontakte zu den Reisegruppen-Leitern zu knüpfen: Bei Umbuchungen haben die immer die besseren Karten, da ihre Agenturen von zu Hause aus schon die nötigen (provisorischen) Buchungen vornehmen können, die dann für die Individualreisenden gar nicht erst zur Verfügung stehen, wenn’s darauf ankommt. Wir würden für den Service natürlich auch etwas bezahlen. Ich bekomme nur sehr vage Zusagen, was keineswegs zur Beruhigung meiner Nerven beiträgt.
Nach 4! fehlgeschlagenen Versuchen und ein paar Stunden später ist klar, dass mit dieser Maschine nicht mehr geflogen werden kann, also Umbuchung und Gepäck entgegennehmen. Für heute hat’s nur noch ein paar wenige Plätze nach Seoul, mit Weiterflug nach Deutschland am nächsten Tag. Am Sonntag kann nach Beijing und am Montag mit Aeroflot nach Moskau geflogen werden. Anschlussflüge sind nicht garantiert, und es bestehen laaaange Wartelisten, zumal jetzt Hauptreisezeit ist. Es beginnt ein Hauen und Stechen: Ein aufgebrachter Passagier stürmt den Desk, der für diese Prozedur schliesslich eingerichtet wurde und schlägt die MIAT-Angestellte ins Gesicht. Trotzdem sind die Seoul-Plätze weg und die Angestellte spricht auch nicht plötzlich besser Englisch. Alle schreien durcheinander, keiner weiss wirklich, was Sache ist. Fragen kannst Du keinen, es sei denn auf Mongolisch. Manche wedeln freudestrahlend mit ihren Tickets nach Moskau oder Beijing; wissen sie wirklich, was sie tun? Ich habe mich vorher mit einigen Leuten unterhalten, sie auf die Konsequenzen aufmerksam gemacht. Einer ist mir fast um den Hals gefallen, als er mein Szenario von anderer Seite bestätigt bekam. Ich hoffe innigst, dass es für Alle gut ausgeht. Mir ist so schlecht, dass ich fast zusammenklappe. Ich passe auf das Gepäck auf, während sich mein Mann und Ono um die Umbuchung bemühen. Endlich sind sie dran. Wir bekommen dank Onos Muttersprache 4 Plätze, aber keine Bestätigung dafür, obwohl andere eine haben. Nach dreimaligem Nachfragen erklärt man Ono, sie müsse sich morgen die Bestätigung im MIAT-Stadtbüro abholen. Was soll diese Schikane? Hält man uns nur hin? Ist der Flug überbucht? Sind wir auf der Warteliste? Wir werden es erst am Sonntag in diesem Büro erfahren. Ich fühle mich total ausgeliefert; das ständige Wechselbad von Freude und Enttäuschung macht mir zu schaffen. Mein Magen spielt verrückt, ebenso mein Blutdruck, der sich im Keller befindet. Ich konnte den ganzen Tag nichts essen, schaffe es kaum noch die Treppe hinauf in das Hotelzimmer, das wir für zwei Tage beziehen und falle wie tot ins Bett. Ono sagt, ich sähe sehr schlecht aus, legt mir ein nasses Tuch auf die Stirn, reibt mit einem anderen über meine Hände, in denen es kribbelt. Irgendwann schlafe ich ein, schrecke immer wieder aus wirren Träumen hoch, die von nicht bestätigten Flügen und nicht startenden Maschinen handeln. Plötzlich ein Knall: Das Bett meines Mannes, besser gesagt die Spanplatte darin, bricht mitten entzwei. Er repariert das Bett, während ich vor mich hin dämmere. Ich bin total erschöpft, die nervliche Anspannung lässt kaum nach. Irgendwann heule ich los, bin völlig fertig, so wie viele andere auch, mit denen ich am Nachmittag gesprochen habe. Ich bleibe den ganzen Morgen im Bett, Onos Eltern kommen vorbei und bringen Erdbeerkompott mit. Ich möchte aufstehen und duschen, doch ich befürchte, dass dies mein Blutdruck nicht mitmacht, denn ich kann kaum stehen, dann wird mir schon schwarz vor den Augen. Ich entschliesse mich dann für ein Bad, da muss ich nicht stehen. Danach geht es mir etwas besser, und als das SMS von Ono eintrifft, dass die Tickets bestätigt seien, kann ich tatsächlich etwas Kompott essen. Ich gehe zu meinem Mann in den Internet-Raum, wo er versucht, einige geschäftliche Dinge zu regeln und kann in seinem Blog Eure lieben Kommentare lesen, jendenfalls solange, bis ein Stromunterbruch den PC derart lahm legt, dass er nicht wieder zum Leben erweckt werden kann.
Dann wieder der Dämpfer, als wir erfahren, dass die Maschine nicht planmässig in Mailand abgeflogen ist. Ich beginne sofort wieder zu würgen und verwünsche mich deswegen. Weshalb lasse ich mich von dem Zeug so fertig machen??? Wir sitzen alle 4 zusammen und halten Krisenstab. Was können wir tun? Ich rufe im schweizer Konsulat an: Keiner geht ans Telefon, auch am Montag nicht. In der deutschen Botschaft ist es beim „Bereitschaftsdienst“ dasselbe, ebenso bei MIAT in Berlin. Bei unserer Reiseversicherung (ETI/TCS) habe ich mehr Glück. Eine sehr nette Dame besorgt uns Telefonnummern, gibt einige rechtliche Auskünfte. Um 02:30 erhalten wir per SMS die Nachricht, dass die Maschine in Tegel gestartet ist: jetzt kann auch ich etwas schlafen.
Am Montag wieder einchecken. Ich kann die Taschen nicht mehr sehen, schleppen schon gar nicht. Es ist mir egal, wie das Gepäck ankommt, Hauptsache ich kann endlich nach Hause. Ich juble innerlich, als die Bestätigungen gegen richtige Bordkarten getauscht werden: Damit haben wir die erste Hürde des heutigen Tages genommen. Ich kann etwas mongolischen Trockenquark und ein paar Kekse essen, bis die Durchsage mit den Seitenwinden kommt. Ein regelrechter Tumult geht los: die einen schreien, dass wir nur verarscht werden, andere heulen oder sitzen mit versteinerten Gesichtern da. Bei einigen breitet sich Panik aus: Sie müssten wieder arbeiten, rechneten damit, am Nachmittag einsatzfähig zu sein. Ein wildes Telefonieren beginnt: Eine Coiffeuse sagt die Termine ab, ein Tierarzt verhandelt mit seiner Vertretung, unzählige versuchen ihren Chef zu erreichen. Sie brauchen eine Bestätigung, dass sie seit vier Tagen festsitzen, bekommen aber nur eine über 8 Stunden Verspätung. Gruppenreisende bedrängen ihre Reiseleiter, endlich etwas zu unternehmen, wir würden ja nur hingehalten, bis zur nächsten Ausrede. Nur, wie dieses Etwas aussehen soll, weiss keiner so recht. Es wird gestritten und geflucht, die Nerven liegen bei allen blank, die Ungewissheit ist kaum mehr zu ertragen. Eine Delegation macht sich auf den Weg zum Miat-Boss. Inzwischen taucht das WDR-Team auf. Unser Fall ist wieder Thema im mongolischen TV, wie in der Zeitung. Endlich kommt die Nachricht, dass wir fliegen können: wildfremde Menschen liegen sich plötzlich in den Armen, weinen hemmungslos. Für mich ist es für Freudentränen noch zu früh: Zu oft wurden Versprechen gebrochen, wurden wir alle enttäuscht. Ich hebe sie mir auf, bis wir unsere Reiseflughöhe erreicht haben und ganz sicher gegen Westen fliegen, wie hoffentlich alle anderen Betroffenen auch!
Die Verantwortlichen sprechen nach wie vor nur von technischen Problemen; wir haben das anders erlebt und deshalb auch so reagiert, wie wir es eben taten. Wenn uns einer am Freitag gesagt hätte: Wir haben einen Schaden am Flugzeug festgestellt, es kann erst nach der Reparatur am Montag wieder fliegen, bis dahin seid ihr im Hotel untergebracht, dann hätten wir in Ruhe im Internetcafé sitzen können, unsere geschäftlichen Angelegenheiten so gut als möglich dort abwickeln können und uns ansonsten über die zugefallenen Ferientage gefreut. So aber kamen wir uns vor wie Figuren in einem Spiel, dessen Regeln wir nicht kennen, und das ist ein echt beschissenes Gefühl. Danke, dass Ihr uns und all den anderen Passagieren da herausgeholfen habt; Ihr seid einfach toll!!!

9.8.06 22:23
 


bisher 8 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Strandsteine (10.8.06 00:37)
Hallo Ihr Beiden,

möge sich jetzt nach dem Niederschreiben der Ereignisse das Gefühl des Ausgeliefertsein bei Euch lösen, und Euch eine Entspannung bringen.

Eure frische Gedächtnissprotokolle sofort danach sind sehr richtig und wichtig.
Die Hilflosigkeit der ganzen Menschen zu erleben,
verursacht auch beim Lesen eine Beklommenheit.

Möge sich auch für die Zurückgebliebenen noch
eine Hilfe finden.

Seid beide leib gegrüßt und
auch einen lieben Gruß an die unermüdliche Caro.
Euch allen ein durchatmen wünscht die Steine


masterkuki / Website (10.8.06 00:55)
Danke, D, für diesen so eindrucksvollen Bericht. Wir haben hier mitgebangt, seit wir von Euren Schwierigkeiten erfahren hatten, konnten aber so wenig tun, nur hoffen, dass unsere Meldungen an die Presse irgendwie doch Wirkung zeigt. Dank Caro waren wir ja ständig auf dem Laufenden, aber über die rein körperlichen Strapazen, denen ihr zusätzlich zu der psychischen Belastung ausgesetzt wart, konnte man sich hier, satt und ruhig am PC sitzend, kaum eine reale Vorstellung machen. Gott sei Dank ist es überstanden, wenn auch die Nachwirkungen noch lange, lange anhalten werden.
Ganz liebe Grüße
m


Tina (10.8.06 03:10)
So "life", wie Du die Situation der letzten Tage schilderst, kann sich wohl jetzt auch jeder ein vollständigeres Bild der langsam entstehenden Verzweiflung und Eurer deswegen hier eingehenden Hilferufe machen.

Die SMS, die hier im Blog aufliefen, konnten leider auch von uns Lesenden nur so verstanden werden, wie sie verfasst waren: mit mangelnden Infos und vielen Fragezeichen.

Später ist man immer schlauer, auch hier wurde die Frage nach den Bonität der MIAT aufgeworfen, was auch bei uns für zusätzliche Gedanken in eine andere Richtung sorgte.

Zwischen dem, was Ihr erlebt habt, und dem, was von der Deutschen Botschaft faktisch nüchtern auf den Punkt gebracht wurde: "den Reisenden mangelt es an nichts, sie müssen lediglich warten" klafft eben doch ein ein breiter Interpretationsspielraum dieser EINEN Situation. Ist eben doch ein Unterschied, ob man Betroffener oder Zuschauer ist.

Ich bin froh, daß Ihr wohlbehalten wieder hier seid und freue mich über den letztendlich doch bei Euch verbleibenden positiven Eindruck der Reise und die dadurch nicht geschmälerte Liebe zu Land und Leuten der Mongolei.


Gabi K (10.8.06 15:49)
Gut, dass Ihr heil wieder daheim angekommen seid.

Danke für die ausführlichen Berichte und ich wünsche Euch, dass Ihr euch schnell von diesen Strapazen, die man hier wirklich nur erahnen konnte, erholt.

LG
Gabi K


Bärenmami (11.8.06 06:40)
Einschneidende Erfahrungen, die ihr gemacht habt, die sich im Nachhinein aber auch als wertvoll erweisen können..im Nachhinein und wenn ihr wirklich zur Ruhe gekommen seid. Dieses zur Ruhe kommen, wirklich "ankommen" das wünsche ich euch.
lg Barbara


Thinkabout (11.8.06 08:36)
@Bärenmami:
Auch Dir nochmals herzlichsten Dank für Deine Interventionen und Informationen.
Was Du uns wünscht, ist schwieriger, als ich gedacht habe...


Anne / Website (11.8.06 13:14)
Das nachzulesen,ist noch einmal erschreckend...
Als ich zum 1. Mal von Engelberts Aufruf las,habe ich mich sofort an die Chefredaktion der Kieler Nachrichten gehängt und den Hilferuf dorthin geleitet...in der Hoffnung, das man von dort aus die Hilfetrommel gezielter schlagen kann.
Ich freue mich für euch, dass ihr "wohlbehalten " angekommen seid.Wohlbehalten extra in Anführungsstriche beinhaltet nur die Physische Verfassung...die Psyche allerdings braucht ihre Zeit...
Ich wünsche euch alles Gute

LG Anne


Tirilli / Website (13.8.06 11:48)
Liebe Frau Thinkabout´s Wiife und lieber Thinkabout,
vielen Dank für diese beiden Berichte. Und das ist jetzt nicht nur wegen der Höflichkeit so einfach hingesagt.
Ich schreib mal auf, warum.
Als ich den Notruf las, war ich sofort Feuer und Flamme. Etwas bewegen können als Blogger - das reizt mich schon sehr. Im Laufe der Zeit bekam ich aber ein mulmiges Gefühl. Die Gegenstimmen.... ich wurde unsicherer.
Nicht, dass ich eure Nachrichten nicht mehr geglaubt hätte, gar nicht. Eure Not war für mich ganz echt, glaubwürdig und wirklich. Aber plötzlich wusste ich nicht mehr, ob es nicht nun doch Ausdruck von berechtigter Anspannung war, den Umständen entsprechend, aber eben "politisch" nicht angreifbar, "gottgewollt", Panne eben. Plötzlich kam mir meine Reaktion überzogen vor, ich bin ja im Leben so oft vorgeprescht und musste dann sehen, dass es zu schnell war.
Aus dieser Erfahrung her also eine selbstkritische Reflexion. Dachte, ich hätte mich wieder mal am Riemen reißen sollen und nur handeln, wenn ich wirklich alles weiß. Ich kannte nur eure Seite, eure Gefühle dabei, eure persönliche Situation.... Außerdem, ich kenne euch ja gar nicht, las nur sporadisch bei euch, wohl im Gegensatz zu den anderen.
Jetzt versteht ihr vielleicht, warum ihr mir mit diesen Berichten gut getan habt. Ich sehe, es war nicht falsch, mitzuhelfen.
Danke nochmal,
alles Liebe
Tirilli (die sich auf weitere Berichte freut, sicher hier liest, aber eventuell nicht so oft kommentieren wird.)

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