Mongolei - Weite und Tiefe


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Tag 7: Ganz und gar nicht das Letzte



Tag 7 erzählt von Fuchs und Vogel Greif, von Weiten - wie könnte es auch anders sein - und einem Dorf namens "Das Letzte", in dem ein erster Schrei ertönen soll. Und er lässt träumen - angesichts eines paradiesischen Abends. Zu Bildern und Erzählungen hier klicken: >>>>
Thinkabout am 23.11.06 21:06



Tag 6: Vom Schwefelbad zum Camp im Paradies



Es geht endlich weiter am neuen Ort:

Der Tag 6 erzählt von Schwefelbädern und Graupelschauern, von mongolisiertem Tanken und einem Abend voller Glück.

zum genaueren Lesen geht es hier lang >>>> 

(leider fehlen noch die letzten Bilder), aber es lohnt sich sicher schon jetzt... 

Thinkabout am 22.10.06 17:17



Umzug



Ich weiss, es geht hier viel zu langsam weiter.
Einer der Gründe dafür ist, dass die Erstellung der Artikel mit verschiedenen Schriftgrössen und der Kombination mit Bildern hier relativ schleppend hochgeschaltet werden kann. Ich habe mich deshalb entschieden, das Blog zu zügeln und führe das Tagebuch der Reise unter

http://mongolei.moblog.ch

weiter. Jene unter Euch, die eine e-mail-Benachrichtigung für neue Beiträge gewählt haben, können die aktiviert lassen: Ich werde hier nämlich die neuen Einträge jeweils ankündigen und einen Link dazu auf den neuen Ort setzen.
Die Kommentare zu den Tageszusammenfassungen werde ich auch noch übertragen und im neuen Blog noch einsetzen.

Vielen Dank fürs Mitreisen an die neue Stelle - und ich hoffe, dass es sich dort nicht nur leichter schreibt sondern für Euch auch gut liest!

Zudem habt Ihr bei moblog.ch von Kaywa eine sehr gute und schnelle Such-Funktion zur Verfügung.

Also viel Spass!
Thinkabout am 9.10.06 16:33


TAG 5 (11. JULI 2006): BEI CHUULUT SUM

sms-nachricht vom 11.07.06;

11.7.2006

Schütteltour, die sich lohnt / Zeltaufbau unter Nomadenaufsicht / Yakmelken / von der Weide in die Milchkanne / UNO-Spiel international

 

Nacherzählung vom 24.09.06; 

Die Nacht ist recht kühl. Zum ersten Mal fallen mir auch die zum Teil dicken schwarzen Käfer auf, die in der Nacht die Jurte bevölkern. Sie sind allerdings harmlos und stören mich nicht, nachdem ich das Geräusch einordnen lerne, das entsteht, wenn sie sich von der Decke zu Boden fallen lassen...

Am Morgen ist von unseren Freunden lange nichts zu sehen. Ich wecke sie schliesslich. Thomas hat verschlafen, den Arm mit der Uhr tief im Schlafsack vergraben... Und da natürlich kein Feuer gemacht wurde, wie es sonst üblich ist in Jurtencamps, wurden sie nicht geweckt. Das Personal in diesem Camp ist wirklich ein Problem...

Die heutige Etappe ist noch recht kurz, denn wir nehmen Onos Schwester mit, die zurück zu ihrer Familie fährt. Dort werden wir natürlich nochmals halten und den Nachmittag und Abend verbringen.

Wir nehmen also endgültig Abschied von Onos Mutter und Bruder. Sie besprengt den Wagen beim Abfahren in der Tradition der Nomaden mit Milch und die besten Wünsche werden von einem letzten Winken begleitet, bevor wir um die Kurve biegen und endgültig aufgebrochen sind zur grossen Reise.

Ja, die Strecke ist für heute nicht so weit, aber es schüttelt uns mächtig durch. Ono und ihre Schwester teilen sich den Beifahrer-Sozius, und wir nehmen die deutsche Eiche Thomas hinten in die Mitte. Während er mit mangelnder Kopffreiheit kämpft, ist mein Problem eher die Unterlage. Der abklappbare Seitensitz an der Tür ist mehr ein Notsitz, der leicht hin und her gleitet, und durch die Erschütterungen schlägt es mich eh immer mal wieder gegen die Seitenleiste oder ich knalle mit dem Kopf gegen das Fenster. Obwohl ich gut geschlafen habe, werde ich nämlich bald schläfrig, und das wird dann durch die Schwerkraft bestraft. Angewandte Physik ist manchmal schmerzhaft... Wie es beim Aufenthalt in einem Schüttelbecher überhaupt möglich ist, einzuschlafen, werde ich auch nach weiteren zwanzig Jahren Fernreisen niemals endgültig geklärt haben. Aber ich schaffe das locker. Es ist eine meiner leichtesten Übungen.

Ich erzähle solche Dinge, weil auch bildlich gemacht werden soll, dass die Schönheiten der Natur eben auch verdient werden müssen - aber man kann ihnen auch entsprechend gründlich näher kommen...

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Image Hosted by ImageShack.usEine recht typische kleine Siedlung an einer Brücke.

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Am frühen Nachmittag sind wir da. Ein paar Jurten auf der Ebene, umgeben von grünen Hügelzügen - die Sommerfrische für drei Familien, die sich den Platz teilen. Der Himmel ist verhangen, aber es regnet nicht. Wir werden sowieso zuerst ins Ger gebeten und bewirtet.

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Ich koste zum ersten Mal den süssen Milchrahm, der - auf gebackenen Brotteig geschmiert - einfach köstlich ist. Die Milchwirtschaft ist nicht zu übersehen: Überall in der Jurte stehen die Produkte herum, zum Trocknen oder Lagern oder in Erwartung der nächsten Verarbeitungsschritte.

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Jeder Platz wird genutzt, während sich zusätzlich die Menschen in der Jurte drängen. Wenn jemand zu Besuch ist, will das begutachtet sein...

Dann heisst es, die Zelte aufstellen. Dass ich Grossstädter zum ersten Mal seit längerem mein Zelt ausgerechnet vor Nomaden aufstellen soll, bereitet mir ein gewisses Unbehagen. Im Geist sehe ich mich bereits irgend welchen neugierigen Dreikäsehochs, die um mich herumwuseln, die Zeltstangen in die Augen pieksen, während ich mich gleichzeitig in den Zeltschnüren verheddere und selbst erwürge, was mir dann nur recht geschehen würde.

Aber nichts dergleichen geschieht. Die Mongolen haben durchaus Sinn für die Errungenschaften westlicher Trekking-Ausrüstungen und begutachten uns und unsere Ausrüstung mit fachlichem Interesse. Dazu kommen ein paar hilfreiche Hände und schon sehr schnell stehen unsere Zelte stramm. Mehr oder weniger auf jeden Fall.

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Und dann sind unsere Gastgeber samt Kinderschar auch ganz schnell verschwunden und gehen ihrem Tagwerk nach, so dass wir uns in aller Ruhe einrichten können.

Beinahe hätten wir es gar nicht mitbekommen. Onos Schwester spendet uns ein Schaf und lädt die Familie zum Festmahl ein. Wir sollen in den Genuss einer der berühmtesten Gerichte der Mongolen kommen, dem Schaf in der Milchkanne.

Dazu gehört, dass das Tier erst einmal geschlachtet werden muss. Meine Frau und ich sind seit einigen Jahren schon Vegetarier, aber nicht, weil wir grundsätzlich dagegen sind, dass Lebewesen zu unserem Verzehr getötet werden oder aus religiösen oder anderen ethischen Gründen. Sondern weil unser Umgang im Westen mit Nutztieren diese von Lebewesen zu Produktionsfaktoren gemacht hat. Das Problem ist die Industrialisierung der Fleischgewinnung, durch das Gewinnstreben der Wirtschaft begünstigt, durch den hohen Fleischkonsum vielleicht notwendig gemacht - in jedem Fall aber wider die Natur des Tieres, und damit meinen wir nicht die Schlachtung für sich, oder nicht nur - sondern vor allem das Leben davor.

Hier aber sind wir in einer Welt zu Gast, in der ohne das Nutzen der Tiere kein Überleben für Menschen möglich wäre. Und weil das so ist, gehen eben diese Menschen auch schon anders mit ihren Tieren um. Dafür ist auch die Schlachtung ein Beispiel, von dem wir hier erzählen. Wir haben dabei vor allem auch das Ausnehmen des Tieres, also die Verwertung, ausführlich fotografiert - weil wir im Westen völlig das Gefühl dafür verloren haben. Wir wollen nichts davon sehen. Der blutige Job des Metzgers gehört hinter verschlossene Schlachthaustüren. Hier aber ist die Kunst, ein Tier schnell und damit ohne Stress für das Tier zu schlachten und es optimal auszunehmen, hoch geachtet, und längst nicht jeder beherrscht dieses Handwerk. Wir haben den Vorgang als äusserst hygienisch erlebt, durchaus mit Ehrfurcht vollzogen und als Teil eines Festes, das den Konsum eines Schafes eben nicht zum Alltäglichen und Selbstverständlichen macht, sondern zum Festakt wie in biblischen Zeiten. Trotzdem will ich meine persönliche Deutung dieser Bilder nicht allgemein verbindlich machen, weshalb ich die Bildfolge auf eine separate Seite stelle. Wer will, kann sie dort ansehen, wer nicht, soll es gerne bleiben lassen. Wer ein blutiges Spektakel erwartet, wird allerdings in jedem Fall enttäuscht werden.

Die Tötung des Schafes soll möglichst stressfrei geschehen. Dafür wird ein feiner kurzer Schnitt in die Bauchdecke gesetzt, durch die nach einer Hauptschlagader getastet, die dann durchtrennt wird. Dadurch wird die Blutzufuhr im Gehirn unterbunden und das Schaf verliert innert kürzester Zeit das Bewusstsein.

Das Aufbrechen und Ausnehmen des Tieres ist Schwerstarbeit, bei der zuerst das Fell vom Tier abgelöst wird, was eine äusserst anstrengende Arbeit ist. Erstaunlich, wie hygienisch sauber alles abläuft. Das Fell bleibt ausgebreitet auf dem Boden liegen und dient als Decke auf der das Tier geöffnet wird. Die Frauen kümmern sich um Magen und Därme und waschen diese aus - denn aus ihnen werden Häute für Würste und zur Bevorratung. Vom Tier wird alles verwertet, bis auf die Hufe und Teile des Kopfes. Für Verschwendung ist kein Platz.

Ono kocht danach Salzfleisch für unsere Reise: Eingesalzen ist das Fleisch gut haltbar. Vorne köcheln Teile der Innereien.

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In der Vorratshütte ist die Milchkanne vorbereitet worden: Im Feuer siedend heiss gemachte Steine werden eingeschichtet, darauf kommt eine Lage Fleisch, dann wieder Steine, usw., durchsetzt mit Kartoffeln und Gemüse, so weit vorhanden.

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Draussen bleibt das Wetter wechselhaft. Immerhin beginnt es nie zu regnen, obwohl es sehr wohl danach aussieht...l


Für uns ist es Zeit, in die hohe Kunst der nomadischen Yak-Milchwirtschaft eingeführt zu werden.

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Nicht nur ich bin da skeptisch...
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Thinkabouts Wife bekommt einen schönen Del geliehen. Dann heisst es, sich sorgfältig die Hände zu waschen (jawohl, davor!), und dann geht es auch schon los. Ich lache dabei nicht. Nicht aus Höflichkeit, sondern aus weiser Vorsicht. Es stellt sich nämlich für uns beide heraus, dass es gar nicht so einfach ist.

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Bei meiner Grösse beginnt das Problem schon damit, wie ich überhaupt auf dem Schemelchen mit dem Eimerchen zwischen den Knien unter das Tier komme...

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Von den Tieren lerne ich Gleichmut, aber das ist auch fast schon alles. Mit rechts klappts ganz gut, aber mit links geht fast gar nichts. Die Zitzen sind sehr weich und warm, und wenn die Milch tatsächlich in den Eimer schiesst, dann bekomme ich zumindest eine Ahnung davon, was für ein Segen dies ist. Auch wenn die Tiere hier pro Melkgang wohl höchstens einen Liter Milch geben. Der Rest gehört den Kälbern und Rindern, die schon vor dem Melken kurz zur Mutter gelassen werden, um den Milchfluss anzuregen.

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Danach sägen und hacken wir Holz, um uns wirklich etwas nützlich zu machen, und der Schweiss rinnt uns schon bald übers Gesicht während die Sägespäne in den Augenwinkeln hängen bleiben.

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Das Ergebnis der letzten Schafschur.

Bald darauf, es ist noch lange hell, die Sonne geht erst in Stunden unter, ist es Zeit zum Essen. Was unsere Gaumen nun vorgesetzt bekommen, ist der beste Schmaus seit langem. Unglaublich. Ich habe noch nie eine solche Leber gegessen. Sie zerfliesst fast auf der Zunge. Der Geschmack des Fleisches ist mild und würzig, herrlich. Und das im Fleischsaft gegorene Gemüse lässt sich noch Minuten später auf der Zunge schmecken.

Zum Schluss gibt's mit dem abgeschöpften Saft eine würzige Suppe, die kein Kräuterspezialist der Welt so hinbrächte, und dann werden die Steine heraus genommen und rumgereicht. Die sind noch richtig heiss, und man tut gut daran, sie schnell von links nach rechts zu legen und zurück, weil man sich sonst die Hände verbrennt. Zumindest wir Ungeübten. Die Stimmung ist fröhlich, das Gelächter gross - aber auch die Zufriedenheit in allen Gesichtern, weil es uns wirklich keine Mühe macht, ehrliche Begeisterung zu zeigen.

Dass es davon keine Bilder gibt? Tja, tut mir leid. Der Magen lag mir näher... Und mit fettigen Fingern die Kamera bedienen...

Dann besprechen wir kurz die Route für morgen. Ono und Baktar lassen sich beraten, denn diese Menschen kennen diese Gegend wie ich meine Hosentasche. Oder besser. Dann wird der Vodka in einem winzigen Glas herum gereicht. Wir trinken bedächtig, denn es heisst, sich zu konzentrieren. Thomas hat das bei uns beliebte Kartenspiel UNO mitgebracht als Geschenk, und wir erklären es in der Runde.

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Obwohl Ono übersetzen kann, stellen wir uns das zu Anfang recht schwierig vor, aber denkste.

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Nach zwei Proberunden mit offenen Karten haben sie genug. Jetzt will Jung und Alt "richtig" spielen.

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Die Stimmung ist ausgelassen, und es ist herrlich, im Spiel diesen Menschen auf gleicher Ebene zu begegnen: Die Sprache spielt keine Rolle mehr.

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Trotzdem erkläre ich, dass wir das jetzt so lange spielen werden, bis ich einmal gewinne. Grosses Gelächter. Wir sässen noch heute da, denke ich. Der Sieg blieb im Camp, jedes Mal. Nein, einmal hat Baktar unsere Ehre gerettet. Das Fest ufert nicht aus. So fliessend einfach und plötzlich, wie dieser schöne Abend begonnen hat, geht er auch zu Ende. Noch bevor die Dunkelheit nach halb elf in der Nacht herein bricht, ist Schlafenszeit. Das Tagwerk morgen beginnt für alle früh.

Wir haben etwas Sorge, was passiert, wenn wir nachts raus müssen. Die Familien haben junge Hunde, die recht aggressiv sind (Hunde gehören generell zu jeder Familie, und fährt man an einer Jurte vor, empfiehlt es sich, nicht auszusteigen, so lange man den Hund nicht gesehen hat und er sich friedlich zeigt). Man beruhigt uns. Sie bleiben in dieser Nacht angebunden.

Und dann liege ich zum ersten Mal unter der Plane des eigenen Zelts, meine Weggefährtin auf zwanzig Fernreisen neben mir. Dieser Tag war wunderbar, wenn er auch zu Anfang hart verdient werden musste. Höchst zufrieden suchen wir den Schlaf. Wir werden ihn nicht für die ganze Nacht finden...

Thinkabout am 24.9.06 15:11



4. Tag (10. Juli 2006): Naadamfest in Tsetserleg



sms vom 10.07.06

Montezuma bleibt gnädig / Sanitär bleibt prekär / Korea ist weit / noch mehr Schlauwasser und mehr / auf zum Finale / am Naadam-Fest auf der Ziellinie / 20 km ohne Sattel im Galopp / Ehrungen auf mongolisch / ein unglücklicher Ringer / Inventur, Einkaufen und Vorpacken der Küche
10.7.06 21:28

bisher 9 Kommentar(e) TrackBack-URL

Tina (12.7.06 17:27)
Im Osten nichts Neues?

Dann geh ich optimistisch mal davon aus, daß Du gerade mit "leben" beschäftigt bist, statt mit schreiben... Gut so!

Ich wünsche Euch, daß Montezuma weiterhin gnädig bleibt, die Toilettenhäuschen besser werden und Ihr heute Abend in Jargalant sum einen wunderschönen Sternenhimmel über Eurem Zelt habt!

udakhgui uulzaya - bis dann....

rielei / Website (13.7.06 14:52)
Wodka tötet alle Bakterien ab *gg*

Möget ihr ohne Sanitäter, Montezuma und mit geglücktem Einkauf weiterreisen:-)
Heute ist der 13. und am Abend werdet ihr in Ogoor sum im Jurtencamp ausruhen und einen ganz bezaubernden Sonnenuntergang beobachten.

@Tina,
Frau, du kannst sogar mongolisch??!!!
Ich vertippsel mich ja schon bei den Ortsnamen !
Grüßle von Gabi

Tina (13.7.06 15:50)
@rielei
;-) das täuscht!

Ich kann mit "Strg+c" und "Strg+V" ein Wort kopieren und einfügen, bin aber heilfroh, daß ich das nicht aussprechen muß! :-))...

Ein ganz informativer Link, mit dem Dir der crashkurs auch gelingt:
http://www.mongolei.com/landerinfo_body.htm

Die kulinarischen Links sind klasse, ich sag Dir Gabi, dieses "bansh" bekämen wir auch bei uns zu Hause mühelos hin!
Und für Thinkabout and his fabulous cooking wife, die ja so gerne in der Küche experimentieren, ist das sogar eventuell was für den Fotoguck-Reflexions-Gäste-Erzählabend

masterkuki / Website (14.7.06 15:09)
@tina
danke für den Tipp - da bin ich ja einen halben Tag mit dem Lesen beschäftigt.
Eigentlich hat mich der Hinweis auf dieses "bansh" verleitet (typisch genusssüchtig!)- dann blieb ich an den mongolischen Sprichwörtern hängen - nun frag ich mich, ob ich thinkabout nachreisen soll. Warum stelltst Du mir solche Fallen, tina?

Tina (14.7.06 18:27)
@masterkuki
weil ich sehr gerne Deine Kommentare lese? *fg*

Bei der genießerischen Lebensart der Stierfrau rennt man mit leckeren Rezepten bei mir natürlich offene Türen ein; da bleibt es nicht aus, daß ich auch mal die Deckel der mongolischen Kochtöpfe anhebe...und gerne wieder schließe

Das mit dem Nachreisen würde ich noch ein bißchen verschieben, zur Zeit lassen sich die Schweizer gerade auf den schwankenden Wüstenschiffen nach Argalant sum schaukeln...
Da ist sicher nicht nur das Salatöl "am falschen Ort", sondern auch der Sand überall da, wo man ihn nicht wirklich gerne hätte ...
Aber um die Übernachtung im Zelt beneide ich die Abenteurer schon!

Freut mich, daß Du mit dem Link was anfangen kannst!

Strandsteine (14.7.06 23:58)
@ Hallo Tina,
Deinen Link finde ich auch super.

Werde ihn noch intensiv lesen.

@ lieber Thinkabout,
war einen Ritt ohne Sattel ist bestimmt angenehmer,
als auf einem Holzsattel ?

die in die Runde winkenden Steine

Tina (15.7.06 06:55)
@Strandsteine
während Thinkabout gerade in der Mittagssonne auf einem geduldigen Kamel durch die Sanddünen getragen wird, stöbere ich ein bißchen in seinem Archiv.

Ich habe diese blaue Seite ja erst im Mai entdeckt und mich jetzt ein bißchen "festgebissen", weil mich viele seiner Überlegungen auch zum Nachdenken animieren und mich selbst ein Stückchen weiter bringen...

Dabei stelle ich fest, wie lange Du schon Thinkabout mit Deinen bereichernden Gedanken begleitest!

Wie manche anderen auch: Janna, Rielei, Caro, Martha, Vol-au-Vent, masterkuki und sicher den ein oder anderen, den ich jetzt übersehen habe, oder der lieber still mitliest.

Und ich freu mich, so langsam - auch wie Du - in die Runde der vertrauten, freundlichen, auf dieser Seite versammelten Gesichter winken zu können

Strandsteine (24.8.06 00:16)
Lieber Thinkabout,
beim Nachlesen....
frage ich mich, ob ich den unglücklichen Ringer im Fernsehen gesehen habe.?
Dieser hatte sich den Arm bei der Niederlage zertrümmert......und der Arzt war weit....
die neugierigen Steine


Thinkabout (24.8.06 04:18)
@Strandsteine: nein, zum Glück gibt es in der Mongolei pro Wettkampf mehr als 99% unglückliche Ringer, die sich jede Art von Schmerz teilen können, denn gewinnen kann eh nur einer... aber es kann schon grob werden, das ist richtig, auch wenn der Kampf vorbei ist, sobald ein Ringer mit etwas anderem als den Füssen den Boden berührt.

Nacherzählung vom 11.09.06

In einer Jurte ausschlafen bis um neun Uhr vormittags: Noch wissen wir mehr aus Verstand denn körperlicher Erfahrung, was für ein Luxus das ist! Bis auf meine Frau sind schon bald alle am Frühstückstisch versammelt. Sie hat einen Stein im Bauch. Immerhin, sagt sie, hätte sie noch nicht erbrochen. Noch nicht...".

Ich lasse sie noch ein wenig liegen, und treffe beim Frühstück auch Onos Schwester wieder. Sanah lebt seit sechs Jahren in Seoul und erzählt von den Anfängen, als sie im fremden Land Fuss fassen musste, ohne die Sprache zu können, mit dem Mann als einziger Bezugsperson... Ono und Thomas können sich wenigstens von Anfang an problemlos verständigen...

Während wir da so sitzen und ich mich ganz gerne einnehmen lasse von Sanahs sensiblem, kreativem Wesen, aus dem in allen Poren das Künstlerblut drängt - sie ist ausgebildete Schauspielerin - frage ich mich, was Menschen wirklich heimisch werden lässt? Was hält Sanah in Korea am Blühen? Und was haben bei dieser Frage meine Massstäbe zu suchen? Der Mensch orientiert sich an dem, was er kennt, und so richtet er sich auch mit seinen Gefühlen ein. Wunderbar in jedem Fall, zu sehen, wie sich die Neugierde ganz langsam gegen die Scheu durchsetzt und Augen und Worte immer offener und lebendiger werden.

Dies, während ich Gedanken an die Räume unter mir lieber verdränge... Die Waschräume und Toiletten waren auch heute morgen erst verschlossen. Dann war festzustellen, dass die Spülungen noch immer nicht funktionierten, worauf uns die Küche grosszügig einen riesigen Spaghetti-Topf mit Wasser zur Verfügung stellte... Vielleicht steht der heute noch da... Wir haben auf jeden Fall einen Spülkasten dann selbst repariert, aber für den Rest des Tages und damit unseren Aufenthalt alles versucht, um möglichst wenig auf diese Nass-Gemächer angewiesen zu sein... Denn nach einer Spülung gab es ja wohl auch fortan keine Möglichkeit mehr, den Befehl "Wasser Marsch" in die Tat umzusetzen...

Meine Frau gesellt sich zu uns und mag nun gar etwas essen. Unsere Verdauungs-Organe scheinen tatsächlich vollzählig in der Mongolei angekommen zu sein und sich auch schon ein wenig assimiliert zu haben!

Um halb eins werden wir von Onos Bruder abgeholt und fahren zu den Eltern. Wir halten bei einem Wohnblock, der einen nicht besonders stattlichen Eindruck macht...

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Wir steigen durch ein dunkles, ein bisschen versifftes, schmutziges Treppenhaus hoch in den dritten Stock, wo wir hinter der Wohnungstür eine saubere aber kleine Wohnung betreten. Das sind nun also die eineinhalb Zimmer, die Onos Eltern freien Willens gegen ein eigenes Haus eingetauscht haben. Auch wenn man sich auch ein Haus nicht so vorstellen soll wie bei uns, scheint das schwer verständlich. Onos Eltern leben hier mit einem Sohn und oft weiteren Hausgästen: Eine kleine Küche, ein Bad mit Dusche und ein etwa 20qm grosser Wohnraum, in dem an einer Wand eine Bettstatt, die auch Sofa ist, steht, an einer zweiten ein grösserer Tisch mit vier Stühlen, und unter dem Fenster in der Ecke der Fernseher mit DVD-Player. Letzteres kann man auch in einer Jurte oder einem einfachen Haus antreffen, nicht aber das fliessende Wasser und die Toilette im "western-style". Und das genügt offenbar, dass die Eltern sich wohler fühlen als zuvor...

Ich denke an mein Unwohlsein mit unserer sanitären Havarie im Camp und weiss, dass ich der Letzte bin, der da urteilen sollte...

Kaum sitzen wir auf dem Teppich, werden Süssigkeiten gereicht, Quarkprodukte, und natürlich gibt es sogleich wieder zu trinken. Ein sehr leckerer Cassis-Saft, Schlauwasser und Ingwer-Schnaps... Die Tassen und Gläser stapeln sich beinahe auf dem Boden, bis eine leckere Nudelsuppe mit reichlich Einlagen wirklich den Appetit anregt. Und die folgenden Buuts, Teigtaschen mit Hammelfleisch, sind sooo lecker! Nur, wohin damit?
Unterhaltung ist schwierig. Wir können eigentlich nur mit Thomas reden, wenn Ono nicht gerade übersetzen kann, und der Fernseher läuft auch hier ununterbrochen. Es wird zwischen Mongolischem Fernsehen und der Deutschen Welle hin und her gezappt. So sehen wir, wie die neue Statue von Chinggis Khaan auf dem Sukhbaatar-Platz in Ulaanbaatar eingeweiht wird und wie Klinsmanns Truppe vor dem Brandenburger Tor für Platz drei an der WM gefeiert wird. Wir erfahren, dass Italien im Elfmeterschiessen WM geworden ist.
Die Eltern packen Geschenke aus. Mutter bekommt ein Blutdruckmessgerät mit Digitalanzeige. Sehr praktisch, wenn die Bedienung klar ist und das Gerät genau nach Massgabe angewendet wird. Die Bedienungsanleitung in deutsch und englisch ist sicher umfassend - aber wird sie je gelesen? Taschenlampen mit Kurbelantrieb, also ohne Batterie, ein Wurfspiel für den Bruder, usw. usw. Und Süssigkeiten. Bonbons, Schokolade. Alles verschwindet nach und nach in der Küche, wo eifrig gehandwerkt wird. Die Familienmitglieder müssen sich da auf den Füssen rumstehen, denn nicht alle kriegen wir überhaupt zu Gesicht, bis es schliesslich plötzlich heisst: Aufbruch, aber hurtig!
Denn heute ist Naadamfest in Blumendorf, und das ist der grösste Feiertag des Jahres. Da tragen die Mongolen ihre liebsten Wettkämpfe aus, und wir kommen gerade recht, um direkt auf der Ziellinie den Einlauf der Sieger im Pferderennen zu verfolgen. Der Sieger ist ein Knabe (oder ein Mädchen?) von höchstens acht Jahren, vielleicht auch nur sechs, und er oder sie hat 20 km Galopp ohne Sattel hinter sich... Jedes Gramm Gewicht wird gespart.

Ein Bild der ersten Verfolger:

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Jetzt geht es weiter ins Ringerstadion. Baktar lotst uns zielsicher auf die Haupttribüne,

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wo wir inmitten von Einheimischen Beobachtern

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Zeuge verschiedener Siegerehrungen werden. In Disziplinen wie Schach oder Volleyball geschieht das ohne viel Aufhebens. Anders sieht das aus, als die Reiter und ihre Pferde, sie vor allem, geehrt werden.

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Prächtige Schleifen werden umgehängt, Hüte aufgesetzt, auf die Stärke und Erhabenheit der Pferde gesungen und Kumis über die Mähne geträufelt.
Kumis ist auch hier allgegenwärtig und Teil jeder Zeremonie.
Dann beginnt der Ringerfinal. Die leichtere Klasse (oder der Nachwuchs?) ist fertig, bevor alle richtig hingucken. Ein sauberer Schulterwurf, das kann ich gerade noch erkennen.

Dann aber stehen sich die wirklich Bösen im Rund gegenüber. Etwas ungleich die Grössenverhältnisse, was mich orakeln lässt, dass der Kleinere gewinnen wird, weil der Grössere über die eigenen Füsse stolpern werde. Sie belauern sich gegenseitig, immer begleitet von ihren Sekundanten und einem Kampfrichter, aber es scheint um so viel zu gehen, dass keiner das kleinste Risiko eingehen will.

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Es ist so schnell vorbei: Für eine Niederlage genügt es, als Erster den Boden mit einem anderen Körperteil als den Fusssohlen zu berühren.
Schliesslich werden die beiden nicht gar so kampfwilligen Widersacher gezwungen, sich enger an den Hosen zu packen. Jetzt erinnert mich die Ausgangslage schon fast an ein eidgenössisches Schwingfest, auch wenn der Samt hier schon viel kleidsamer ist als das spröde Sackleinen in unseren heimischen Gefilden. Wir Schweizer waren eben schon immer kokett in unserer bewusst unprätentiösen Affiche.
Unten auf dem Platz aber kommt der Kleinere fast nicht zum Greifen in die Grundstellung, so viel geringer sind seine Hebel... und dann, ja dann passiert es: Der Grosse greift an. Weil es kurz geregnet hat, ist das Gras nass. Seine Schritte sind schnell. Zu explosiv. Der rechte Fuss rutscht leicht weg und der Kleine Schlaumeier drückt nach und Schwupps liegt der Riese auf den Knien. Aus!
Der Sieger kommt kaum dazu, mit ausgebreiteten Armen in Zeitlupe den Adlertanz um eine Standarte auszuführen, denn schon drängen die Zuschauer zu hunderten auf den Platz. Kein Applaus, kein lautes Rufen begleitet den Sieg. Ein Gemurmel aber kommt auf, schwillt an zu einem Brodeln sich verdichtend. Die Menschen versuchen, den Ringer zu berühren. Etwas Schweiss von ihm abzuwischen bringt Glück.
Während dessen tanzt der Unterlegene verloren und vergessen um die Standarte, damit der Tradition die Ehre erweisend, dabei aber mit dem gleichen Phänomen konfrontiert wie viele Leidensgenossen mit ihm auf der ganzen Welt: The Winner takes it all...
Dann kommen die Protagonisten auf die Tribüne, der Sieger zuerst. Der scheinbar so Kleine ist aus der Nähe betrachtet ein Modellathlet,

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in dessen Begleitung ich mich um Mitternacht in jede Strasse trauen würde!

Wir schlendern danach noch ein bisschen durch das Jurtenlager, in dem aus jedem Ger Rauchschwaden ziehen. Überall werden Esswaren zubereitet und feilgeboten. Baktar sucht Kuschur, Hammelfleisch in frittierten Teig gepackt, aber er muss lange suchen und die Exemplare, die er schliesslich ergattert, scheinen mit den letzten Krümeln des allerletzten Hammels ausgekommen sein zu müssen...

Wir gehen einkaufen, und unsere Frauen finden sich immer besser zurecht. Die Technik des Einkaufens will gelernt sein. Einkaufen ab Liste oder spontan im Laden? Damit nicht jede Zutat im Laden neu diskutiert wird und jeder Entscheid fünfmal umgestossen und dann doch wieder umgesetzt wird, ist so eine Liste doch ganz praktisch. Ono sorgt dann dafür, dass uns im Laden kein überraschendes Angebot durch die Lappen geht.

Dann heisst es ein erstes Mal Abschied nehmen. Morgen werden wir nur noch rasch vorbeifahren zum Händeschütteln... Eltern und Bruder und Sanah werden geherzt. Was für uns eine schöne Begegnung abschliesst, ist für die Schwestern eine Trennung auf unbestimmte Zeit...

Im Camp zwingen wir uns zur grossen Auslegeordnung. Es gilt, all die Esswaren so zu verstauen, dass sie schüttelresistent verpackt sind und dennoch leicht und logisch wieder gefunden werden können. Eine nicht zu unterschätzende, aber sehr wichtige Aufgabe, wie uns die ersten drei Tage schon gelehrt haben. Das Speiseöl füllen wir in kleine Petflaschen, die um Einiges bessere Verschlüsse haben als die Originalflasche...

Vor dem Einschlafen läuft der Tag nochmals wie ein Film vor mir ab, und ich nehme mir sehr ernsthaft vor, ab morgen auch mit der Kamera präsenter zu sein. Zum ersten Mal fotografiere ich sowohl digital wie analog (Dias), und ich habe den Ausgleich noch nicht gefunden. Das switchen zwischen den beiden Kameras, einer Canon EOS 3 und einer Canon EOS 350D ist gar nicht so leicht. Handling und Feeling sind doch sehr unterschiedlich. Schöne Probleme sind das, denke ich, und schlafe entspannt ein.

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Thinkabout am 11.9.06 16:43



3. Tag: die nachgeholte Hochzeitsfeier



sms vom 09.07.06,

Hochzeit ist Gelage / Vielfalt ist schön, aber in welcher Reihenfolge / Vodka kann hilfreich sein / hilft Tanzen / noch mehr Vodka / Verbrüderung mit dem Fotografen
9.7.06 20:32

1 Kommentar(e)

rielei / Website (13.7.06 14:45)
Familienzuwachs Tinkabout?
Ist wohl recht anstrengend, so eine Hochzeit in der Mongolei;-)



Nacherzählung vom 29.8.06 laut Tagebuchnotizen:

Allmählich füllt sich der Raum und wir nehmen an den zum Eingang hin im offenen Hufeisen angeordneten Tischen Platz. Meine Frau und ich kriegen Ehrenplätze. Wir vertreten quasi Thomas' Eltern und sitzen also zur linken des Bräutigams, der heute so etwas wie zum zweiten Mal Onos Ehemann wird.
Die Anwesenden stehen der Reihe nach auf und werden von Onos Mutter vorgestellt, wobei auch Ono die weit verzweigte Verwandtschaft wieder mal neu einzuordnen lernen scheint. Das schaffe ich nicht. Ich habe sofort wieder vergessen wer die Tante des Bruders mütterlicherseits ist oder wie und wer auch immer.

Aber es ist faszinierend, die Verwandtschaftslinien an den beiden Hufeisenschenkeln zu beobachten und die ähnlichen Gesichtspartien zu erkennen. Gesichter und Menschen mit den gleichen Lippen, den gleich geschnittenen Augen etc., während ihre Kleidung und ihr Auftreten die so unterschiedliche Geschichte ihres bisherigen und gegenwärtigen Lebens erahnen lassen.

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Der Tisch ist über die ganze Länge bereits mit Esswaren überfüllt, wobei sich Süssigkeiten, Butter- und Quarkgebäck und Käse zusammen mit einem Nudel-Wurstsalat an frischer Mayonnaise wild durcheinander anbieten.

Mayonnaise in fernen Ländern, und kalte Speisen generell, sind an sich Gerichte, die man zum Schutz des eigenen Magens unbedingt meiden sollte... Aber dies ist Onos Familienfest, auch wenn es in einem Restaurant stattfindet, also essen wir, und der Nudelsalat schmeckt ausgezeichnet. Dass ich mich daneben eher an die Tomaten und den Kohlsalat halte, als an die Süssigkeiten, versteht sich von selbst.

Ach ja, zu trinken gibt es auch, und zwar reichlich. Vor jedem Platz steht eine volle Mineralwasserflasche, und dort bleibt sie dann auch an vielen Orten den ganzen Nachmittag über unangetastet.

Wir beginnen mit warmem Buttertee, der ganz köstlich schmeckt. Dann gibt es Kumis (vergorene Stutenmilch), der ein wenig wie saurer Most schmeckt (wohlmeinend) und mit höchster Vorsicht zu geniessen ist, weil er uns Westler wie ein Abführmittel durchputzen kann, was dann dazu führt, dass man ganz hurtig nach den Pferden schauen geht, wie die Mongolen so schön sagen. Wir kennen das schon von unserer ersten Reise, also nippen wir nur in vorsichtigen Schlucken davon. Immerhin lässt sich erahnen, dass dieses Getränk ganz gut den Durst löschen kann, so man denn welchen hätte. Links und rechts haben sie reichlich davon und der Kumis wird das ganze Fest über aus grossen Tontöpfen in veritable Masskrüge nachgefüllt.

Dann folgt eine Suppe mit Hackfleisch - Ono hat sie für uns extra fettarm bestellt. Es war ein Versuch... Und wir sind froh, dass Ono uns bedeutet, die Teller stehen zu lassen.

Längst ist das absolute Lieblingsgetränk aller Einheimischen aufgefahren worden: Vodka. Alle fünfzig Zentimeter steht eine volle Flasche bereit, und bekommt alsdann von Sektflaschen Gesellschaft, die Thomas und Ono in UB gekauft haben. Ich schaue mal, dass ich schleunigst einen festen Boden in meinem Magen anlegen kann, was mir mit Rindfleisch, Reis, Chipskartoffeln und sogar Gemüse sehr gut gelingt. Schmeckt echt lecker!
Dann stellt sich heraus, dass Sektflaschen in hiesigen Gefilden ziemlich exotisch sind und alle ziemlich ratlos vor den Sektkorken sitzen. Also schreite ich zur Tat, beobachtet von der gesamten Hochzeitsgesellschaft und vor allem vom Personal, das nun zumindest eine Grundlektion in gepflegter Bacchus-Kultur erwartet, die jedem Hotelfachpersonal-Lehrgang zur Ehre gereichen würde. Nur leider ist der Sekt so warm und auf der Fahrt am Morgen so durchgeschüttelt worden, dass ich keine Chance habe - und vor allem nicht mein bemitleidenswerter junger Nachbar, der neben mir stehend die volle Ladung ins Gesicht und auf die Brust kriegt, als hätte er eben den ersten Formel 1 - GrandPrix von Blumendorf (=Tsetserleg) gewonnen. Der begossene Pudel lacht - Gott sei Dank. Und wir andern lachen mit.

Das Oeffnen aller weiteren Sektflaschen wird zum mittleren Sprudelbad, aber die Stimmung ist prächtig. Höchste Zeit für folkloristische Vorführungen.

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Mama Ono hat lange Jahre das örtliche Theater geführt und die Beziehungen spielen lassen und Künstler engagiert. Es wird gesungen und getanzt, und dies mit bemerkenswertem Können.

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Die Langton-Sängerin ist für meine Ohren zwar sehr gewöhnungsbedürftig, aber die Pferdekopfgeige ist einfach schön.

 

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Nur zwei Saiten - aber deren Klang hat eine urwüchsige Kraft und füllt den Raum spielerisch leicht mit Wehmut. Oder ist es viel eher Gleichmut, Langmut, Gelassenheit?

 

 

Eine weitere Sängerin hat eine wunderbare, klare und volle Stimme. Sie wird zum Ende ein Ave Maria singen, uns Gästen zu Ehren, und das treibt mir die Tränen in die Augen.

Thomas kriegt von seinen Schwiegereltern ein prächtiges Hemd geschenkt, weiss und reich bestickt, und eine Jacke. Dazu gesellt sich eine silberne Trinkschale, überreicht mit einer Katha, die nur in der Mongolei immer blau ist (tibetisch traditionell wäre sie weiss). Hemd und Jacke sind gross genug, die Schwiegereltern haben sich offensichtlich gut informiert...
Ono Ihrerseits ist bereits in einem bodenlangen roten und mit gold bestickten Kleid zum Fest erschienen. Die Beiden sind glücklich, und das kann ich sehen. Nicht nur ich.

Während eingelegte Kirschen zum Dessert gereicht werden, extra für Ono und uns versprengte Langnasen, und ich zum ersten Mal das Gefühl habe, dass jetzt der Vodka richtig gut passen würde, ist dieser neben dem Kumis längst zum Standardbegleiter aller Speisen und vor allem auch aller Reden geworden. Denn das Fest verläuft recht ähnlich, wie wir das bei uns kennen. Es gibt Pausen, die sich dehnen, in denen fast nichts gesprochen wird, so dass man sich am besten auf sein Essen konzentriert, und dann steht unvermittelt wieder jemand auf und hält eine Rede.

Den Anfang macht Baktar, Onos Vater, der plötzlich, irgendwo zwischen Suppe und Rindfleisch, aufsteht und in seinem besten Anzug die Festgesellschaft begrüsst. Nehme ich zumindest an, denn ich verstehe natürlich kein Wort. Thomas, meine Frau und ich sind die einzigen Nicht-Einheimischen hier. Baktar spricht dabei so leise und ist so zurückhaltend, dass ich den Anfang glatt verpasse. Die Festgemeinschaft quittiert seine Worte immer mal wieder mit einem bejahenden Gemurmel oder einem Kopfnicken. In der Folge werden andere Männer aufstehen und eine kurze Rede ans Brautpaar richten,

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bevor sie singen.

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Vor allem die älteren, die in der typischen Festkleidung der Nomaden erschienen sind.

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Gesungen wird viel und meist durchaus schön, aus voller Kehle.

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Die Melodien tragen die Worte wie auf Wogen aus dem Raum, genau so, wie Lieder in einer weiten Steppenlandschaft von nichts mehr erzählen können, als von der mongolischen Weite.

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Und dann stehen Ono und Thomas auf, und singen zusammen ein mongolisches Lied, das sie offensichtlich vorbereitet haben. Nie war es so still unter den Gästen. Ono hält Thomas Hand und lächelt ihn an, während ihr Stolz mit jeder Silbe wächst, während Thomas mit einem Lächeln im Gesicht wie eine deutsche Eiche steht und mit feiner aber sicherer Stimme das Lied zu Ende singt. Lauter Applaus ist nicht Sache der Mongolen, aber das breite Wohlwollen ist trotzdem im ganzen grossen Saal spürbar.

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Die Künstler tragen Lieder vor, aber sie singen auch mit den Gästen. Es herrscht eine entspannte Atmosphäre ohne Dünkel, und keiner stört sich am sich langsam bemerkbar machenden nasalen Gesäusel, wenn der Vodka zu warm im Körper aufsteigt...

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Zweien unter uns muss dann gegen Ende hin ein wenig auf die Beine und aus dem Raum geholfen werden, was ohne grosses Aufhebens geschieht.

Nun wird getanzt. Ich bin heilfroh, dass ich mich hinter der Kamera verschanzen kann, denn was hier bestandene Nomaden - und vor allem Nomadinnen - aufs Tanzparkett legen, ist aller Ehren wert.

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Haben die Männer gesungen, so sind es nun vor allem die Frauen, die tanzen.

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Sogar Thinkabouts Wife gleitet an mir vorbei, was dazu führt, dass ich dem Vodka endgültig eine besondere Kraft zuzuordnen bereit bin.

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Mit der Zeit treibt uns der kollektive Schwindel all zu vieler beschwingter Drehungen (und nur das) an die frische Luft, wo wir auch die versprengten Schläfer auf der Wiese wieder finden. Es ist höchste Zeit für die Familienfotos, wie alle meinen, und dann beginnt mein Herz zu hüpfen. Ich habe zwar überhaupt keine Erfahrung als Gruppenfotograf, aber die Mongolen lassen sich gern fotografieren, und so präsentieren sich mir wunderbare Motive. Ich verschiesse an diesem Fest eine ganze Speicherkarte und einen Akku, und die geringste Kapriole hinter der Linse genügt, um neue Lacher zu produzieren. So gelingen wunderbare Schnappschüsse.

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Dieses Foto berührt mich besonders: Wir konnten uns nicht mit Worten verständigen, aber der Mann hat vor mir seine Tabakdose ausgepackt und reicht sie mir hin: das klassische Begrüssungsritual, wenn sich Mongolen freundschaftlich begegnen. Schöner hätte mir nicht gezeigt werden können, wie willkommen ich war.

Am frühen Abend löst sich die Festgesellschaft auf, und wir haben Zeit, mit dem Brautpaar und Sanah, Onos Schwester, die in Korea lebt, einen Abendspaziergang zu machen. Wir kraxeln auf ein paar hohe Steine und lassen die Seele baumeln. Ono und ihre Schwester haben sich so viel zu erzählen. Viel zu viel für so wenige Gelegenheiten... Thomas, meine Frau und ich müssen nicht dauernd reden. Wir fühlen uns auch so wohl. Es ist schön, in dieser Ruhe zu sitzen und zu reden, bis die Kühle der Nacht durch die Kleider dringt.

Im Camp stellen wir dann fest, dass es noch immer kein fliessendes Wasser und damit auch keine funktionierende Toilette gibt. Kopf und Magen scheinen aber das Fest gut überstanden zu haben, und wir legen uns heil zum Schlafen in die Jurte, begleitet vom plätschernden Geräusch, das zwei Frauen hinter unserem Rundzelt bei ihrem Pipi-Gang machen, während sie sich offensichtlich laut palavernd nochmals die Ereignisse des Tages in Erinnerung rufen.

Genau das habe ich hiermit jetzt und hier auch getan.

Anmerkung: Es ist richtig. Hier fehlen Bilder des Brautpaars. Ono und Thomas wissen von meinem Blog. Aber für sie wie für alle anderen Bekannten und Freunde von mir gilt: Sie sollen mit mir wo auch immer zusammensein können, ohne Gedanken daran, ob sie sich danach in meinem Blog wiederfinden. Ich betrachte das als Privatsphäre und mag deshalb nicht mal fragen, ob sie nichts dagegen hätten. Aus dem gleichen Grund fehlen auch die Bilder der versammelten Hochzeitsgesellschaft.

Thinkabout am 28.8.06 21:25



3. Tag (9. Juli 2006): Ogiy-See - Tsetserleg



Eintrag per sms:09.07.06, morgens

Morgenlicht bescheint ein leuchtend grünes Paradies / Freiheit der Pferde / Geiermahl / Salatöl am falschen Ort / Heimkehr bei Verwandten
9.7.06 20:31

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rielei / Website (13.7.06 14:43)
dann sind die Gummibärli ja gut angekommen;-)

Nacherzählung laut Reisetagebuch:

Am Morgen erwache ich und halte einen Moment inne, ob ich am Ende durch mein eigenes Schnarchen geweckt worden bin? Aber sowohl meine wie alle anderen Atmungsorgane tun geräuschlos ihren Dienst. Wir drängen ins Freie, denn dahin lockt uns die Morgensonne, auch wenn der eine oder andere noch recht verschlafen in den Tag blinzeln mag.

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Es liegt eine taube Stille über dem Camp, und tatsächlich betäubt mich der Unterschied der Farben: Was gestern unter rauhen Wolken grau und dunkel vor uns lag, strahlt nun in hellstem Licht die pure Lebensfreude aus.
Obwohl unsere eigene hölzerne Jurte wenig mit der Behaglichkeit eines echten Gers zu tun hat, und schon gar nichts mit der Prachtjurte, die in diesem Camp besichtigt werden kann,

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frühstücken wir mit Genuss und machen uns auf den für hiesige Verhältnisse kurzen Weg nach Tsetserleg.

Im warmen Sonnenlicht ist der Ogiy-See tiefblau, und die saftig grünen Weiden versprechen reiches Futter.

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Tatsächlich sehen wir zahlreiche grosse Herden mit Schafen und Ziegen. mehr als genug Nahrung. Wir halten an einem Ausläufer des Sees an, und Thomas bringt ein erstes Mal sein Spektivin Stellung, um die Vögel zu beobachten. Plötzlich ein Rauschen und Brodeln hinter mir, das links an meiner Schulter am Abhang zu einem Trommeln wird, und schon prescht eine grosse Pferdeherde dicht an mir vorbei zum Wasser. Die Tiere drängen mit Macht zur Tränke, und es wäre keine gute Idee, sie aufhalten zu wollen.

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Warum auch? Diese Kraft, diese fliessenden und eleganten Bewegungen zu sehen, sie gar körperlich zu spüren, ist ein wunderbares Erlebnis, ein Sinnbild für lustvoll gelebte, nicht unterdrückte Freiheit. Alle diese Tiere sind domestiziert, aber die Menschen leben mit ihnen, statt umgekehrt. Werden sie gebraucht, so holt man sie von der Weide, ohne Strecke und Zeit dafür zu scheuen.

Wenig später scheuchen wir eine Schar Geier auf, die sich an einem Pferdekadaver nieder gelassen haben. Auch sie sind grösser, als wir sie in Erinnerung haben. Überhaupt scheint ein Mehr die Reise zu prägen. Im Vergleich mit 2002 gibt es mehr Regen, mehr Nahrung, mehr kräftige Tiere. Aber der Tod bleibt real, und jede sattgrüne Woche ist keine Garantie für das Überstehen des Winters. Ich vermute mal, dass sich 2002 die Tierbestande erst allmählich vom katastrophalen Winter 2000/2001 erholten, als ein schlimmer Zud zu einem Massensterben der Tiere führte.

Die Fahrt nach Tsetserleg sollte eigentlich nur drei Stunden dauern, aber wir haben unterwegs ein kleines Malheur zu beheben: Eine kleine Böschung fährt Baktar etwas zu heftig an, so dass die Kochkiste sich rumpelnd und scheppernd aus dem Kistenverbund hebt, so wir sie dann überhaupt genügend befestigt hatten, und sich kopfüber entleert. Kaputt geht nix, und das Besteck sammeln wir einzeln zwischen den Taschen wieder ein. Leider war die Kiste auch Heimat des Salatöls, und diese Flasche ist leck, so dass wir eine tolle Sauerei aufzukleckern haben und dafür bei mässigem Erfolg eine ganze Menge Klopapier zweckentfremden. Das Öl ist auch in sämtliche Gummidichtungen der Hecktüre gedrungen, und das hinein gestopfte WC-Papier bekränzt die Bescherung mehr, als dass es sie beseitigt...

In Tsetserleg angekommen, fahren wir direkt zum örtlichen Touristencamp, in dem uns Onos Eltern Plätze reserviert haben. Restaurant und Karaoke-Bar (!) sind in einem rund gemauerten Gebäude untergebracht. Jurten und Einrichtungen sehen gepflegt aus und laden dazu ein, sich zu erfrischen, denn in einer knappen Stunde soll das Familienfest beginnen, mit dem Onos Eltern samt Familie die Heirat mit Thomas feiern wollen.

Als wir die Dusche ausfindig machen wollen, stossen wir in diesem an sich fast neuen Gebäude auf ein Phänomen: Die Türen zu Waschräumen und Duschen, so es sie denn geben mag, sind verschlossen. Hinter einer massiven, abgeschlossenen Tür hören wir Ono duschen, und ich würde gern von ihr erfahren, wo sich denn ihr grosses Pferd für das gleiche Tun hin vergaloppiert hat. Das kann sie mir allerdings so unzureichend beschreiben, dass ich ihn nicht finde. Das Duschwasser aber plätschert so angenehm im Gehör, dass das, was ich zu sehen kriege, um so mehr ein Hohn und eine Absurdität für mich ist: Die westlichen Toiletten sind entweder abmontiert, oder der Spülkasten ist zersplittert, und sämtliche Leitungen sind abgeriegelt.
Im Vorraum an zwei Waschbecken öffnen wir die Hahnen, mit dem Ergebnis, dass wir schliesslich vor trockenen Ausgüssen mit den Füssen im Wasser stehen. Die einzige Leitung mit Wasser ist leck und kleckert das kostbare Nass auf den Boden...

Wir behelfen uns also mit Mineralwasser und ziehen ziemlich fassungslos ob dieser Panne zurück in die Jurte, um uns umzuziehen, Zeit um auf Onos Ende der Körperpflege zu warten, ist nicht, und drängen wollen wir sie auch nicht. Immerhin ist sie ja die Hauptperson des Anlasses und soll ihre Ruhe dafür haben.
Selten habe ich so absurd erfahren, wie sehr eine an sich funktionierende Infrastruktur vergammelt, weil Gleichgültigkeit und fehlendes Engagement des Personals so wunderbar zu den Widerwärtigkeiten und der Mühsal der Wartung passen... Und es wird noch absurder werden...

Thomas und Ono haben letztes Jahr fernab der Mongolei, in der Nähe von Dortmund, geheiratet, und dies ist der Moment für die Familie, einen genaueren Blick auf Thomas, den grossen Deutschen ( "er ist gross wie ein Pferd" ) werfen zu können.

Als wir den Speisesaal des Rondells betreten, sitzen einheimische Gäste in versprengten Grüppchen verloren im Raum herum, kleben zum Teil an den Wänden wie Schafe, die nicht zusammen getrieben werden wollen. Das wird sich schon geben, denke ich, und beweise damit Weitblick, wie sich zeigen wird. Wir steuern Thomas an, um ihm allenfalls benötigen moralischen Support zu geben. Er scheint das allerdings ziemlich gelassen zu nehmen, obwohl er keinen blassen Schimmer hat, was ihn erwarten mag. Wir vertreiben uns die Zeit mit einer Aufzeichnung im Fernsehen vom WM-Fussball-Spiel Deutschland gegen Portugal. Soviel wir begreifen, führt Deutschland 2:0.

Thinkabout am 23.8.06 16:36


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